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Augenfick

Er nippt an seiner Tasse. “Das, worauf es beim Sex wirklich ankommt, ist Seele.” Seine Worte tragen sich durch den Raum, als wären sie selbstverständlich. “Wenn du wissen willst, ob du mit jemandem schlafen willst, schau ihm in die Augen. Wenn es dich innerlich berührt und trifft, wird es für euch womöglich der beste Sex eures Lebens. Sex, bei dem es nicht nur um den Akt und das Kommen geht, sondern den Prozess des Entdecken und Erkundens.”

Er nippt an seiner Tasse und schaut andächtig zu Boden. Die Szenen mit der Eisprinzessin flammen in seinem Kopf auf. Ihre Unsicherheit vor der ersten gemeinsamen Nacht, in der sie sich physisch nicht vereinigten, seine vorsichtige Erkundung ihres ganzen Körpers mit den Fingerspitzen, ihr erster, anstoßender Kuss, die fließenden Berührungen, ihr gottgleicher Anblick an jedem Morgen, die wohlige Wärme ihres Körpers. Wie sie sich auf der Couch seitlich zugewandt lagen, sich anschauten, anschauten und redeten. Gesten beim Sex, die “Alles wird gut.” sprachen. Das Innehalten des Aktes, um Metakommunikationen zu führen. Das einheitliche Pochen ihrer Herzen und der Einklang mit dem Universum inmitten der dunklen und kalten Welt. Ihre Blicke all die Jahre zuvor.

Seine Augen lösen sich vom Fixpunkt des Bodens und man kann sehen, wie sich im Inneren ein weiterer Teil von ihm absplittert. Der, der schon so oft zuvor zerbrochen war und noch unzählige Male brechen würde, bevor… bevor er in irgendeiner Form Heilung erfahren würde. Erfahren wollen würde.

Mit einem kaum wahrnehmbaren Zucken seiner Halsmuskulatur schüttelt er innerlich den Kopf und atmet einmal tief ein. Nippt an seiner Tasse, um sich zu fangen. Er geht ein paar Schritte, nimmt die Fernbedienung der Stereoanlage in die Hand, die heute kaum noch zu finden ist, und drückt auf Play.

“Rosenstolz - Marilyn”, benennt er den abgespielten Titel. “Ich hätte heulen können als ich ihn zum ersten Mal gehört habe, so intensiv ist er mir in den Körper geschossen. Gott…”, schüttelt er in Erinnerung daran den Kopf. Sein Gesicht zieht sich nach unten und die Tränen schießen ihm in die Augen.

Er atmet spürbar schwerer. Fängt sich mit einem tiefen Seufzen und wischt sich vorsichtig die verräterischen Spuren aus dem Gesicht. Auf dem Herzen bleiben sie. “Gott, was hätten wir sein können”, flüstert er traurig und kann es kaum ertragen. “Du brauchst dir nur mal die Lyrics anschauen”, fügt er mit fester Stimme hinzu. “Vor allem die folgende Stelle”, verweist er auf die Kulmination des Liedes:

“Denn du bist ein Feuerwerk
Das immer wiederkehrt
Du willst so hoch hinaus
Glaub mir, das will ich auch
Ich schau in dein Gesicht
Du schaust in mein Gesicht
Mehr interessiert mich nicht
Mehr brauch ich wirklich nicht
Marilyn, egal wie man das nennt

Du bist kein Teil von mir
Liebe braucht kein Papier
Nennst du dich Marilyn
Sag mir, wer ich dann bin

Ich bin kein Teil von dir
Ich geh nicht weg von hier
Und ich glaub fest daran
Dass ich es besser kann
Marilyn, egal wie man das nennt”

Sein Mund verzieht sich, seine Lippen schreien seinen Schmerz stumm hinaus und Tränen ziehen ihre Bahnen sein Gesicht entlang. Treffer, versenkt. Sein ganzer Körper fängt an zu beben und zu zittern, als das Ausmaß seiner Trauer nach außen dringt und seine gesamte Lebensenergie vor- und zurückschwappt.

“Entschuldige”, fängt er in seiner Ohnmacht an sich zu fangen. “Wie du siehst, ist es verdammt gut”, bezieht er sich mehr auf das Lied denn seinen Anfall, “beschreibt es genau das worum es geht. Es geht nicht darum die Körper ineinander zu schieben, nicht nur, es geht um den Ausdruck, den Blick. Sex ohne Augenkontakt, bei dem etwas passiert, ist kein Sex. Im physischen Sinne vielleicht, aber es passiert nichts in der Seele.” Er nippt an seiner Tasse. “Und von demher ist jeder Sex…”, sucht er nach den Worten, “nicht falsch oder verlogen, ehrlich gesagt ist er ganz nett. Aber in gewisser Hinsicht ist er lieb- und seelenlos. Oder zumindest”, fügt er hinzu, “kommt bei mir nichts davon an. Es gibt nur einen Bruchteil von Menschen, von denen ich mich gesehen und verstanden fühle, unabhängig davon, ob sie es tun oder nicht.”

“Doch darum geht es. Es geht ums Gefühl.”

| mark

Licht und Schatten

Vor einigen Jahren habe ich in meinem Kopf eine Figur gezeichnet, deren Hintergrund und Substanz mit jedem Lebensjahr mehr komplettiert und vervollständigt. Ausgehend vom “One Winged Angel”, erschuf ich einen namensgleichen Zweiflügler. Ein menschlich skizzierter, fast schon ätherischer Engelskörper, den eine Mittellinie in hell und dunkel teilt und verbindet.

Schaue ich ihn geistig an, zeichnet sich seine (von ihm aus gesehen) linke Seite als die strahlende, die rechte als düstere ab. Anders würde es nicht passen.

Der Hintergrund komplettiert sich mit dem Wissen, dass aufgrund der Überkreuzung im Gehirn die linke Körperhälfte als die emotionale und die rechte als rationale gilt und der Tatsache, dass ich lieber mit links berühre, erkunde und erfahre, obwohl ich Rechtshänder bin. Es fühlt sich besser an und kann in gewisser Hinsicht als evolutionärer Vorteil gesehen werden. (Beide können sich, einander zugewandt, problemlos anfassen und berühren, und harmoniert diese Ausrichtung auch mit meiner präferierten Bettseite.)

Anlass des Aufgreifens war, dass ich von Zeit zu Zeit das Gefühl in mir trage ich könnte nur mittels Handauflegen heilen. Ein unendlich effektiver, regenerierender Energiestrom aus meiner linken Hand, wobei zur Vervollständigung des Flusses die andere ebenso aufliegen müsste, als Empfänger.

Links heilt, rechts tötet. Gefühl und Gewalt, Erschaffung und Zerstörung. Die visuelle Manifestation in entsprechenden Energiekugeln der jeweiligen Hand im Gleichgewicht. Beide sind notwendig, die Balance zugegeben immer noch nicht ganz erreicht.

Ich war von Anfang an von ihr angetan.

“My happy ending” - three years to go.

Wiederbegegnungen

“X folgt dir jetzt” - der Name kommt dir bekannt vor, du hast ihn, sie, es schon einmal irgendwo gelesen. Du wirfst Google an, validierst, schunzelst und lachst und bist fasziniert ob deines Gedächtnisses, das die Person wiedererkannt hat. Wie klein die Welt doch zu sein scheint, dass ihr wieder in Beziehung steht. Leser und Lesende.

Du freust dich über die Nebelkerzen, die du in den Raum wirfst und die Welt lacht über dich, weil sie dich die ganze Zeit durch den Einwegspiegel beobachtet. Du, das Versuchskaninchen, das über’s Versuchen nicht hinaus kommt.

Wiederbegegnungen: Ich habe von der Eisprinzessin geträumt. Reisende im selben Fahrzeug, wobei sie meine Gegenwart trotz Verstecken und Zurückhaltung meiner Person zuvor bemerkte und dennoch nicht davon absah. Erinnert mich spontan an unsere Re-Union, die Ende 2007 durch ein gemeinsames Seminar begann und entsprechend kulminierte.

“Wir können uns ja jetzt an der Uni “Hallo” sagen.” ist und bleibt, bei aller Liebe zu ihr und der Interpretation, der bescheuerste Passphrase für “Ich will wieder mehr Zeit mit dir verbringen.”.

Du hast keine Lust mehr auf Interpretationen, fragst nach oder lässt es bleiben, lebst und stirbst.

Souveränitätsgewinn

In früheren Träumen war ich oft zur Unfähigkeit verdammt, habe ganze Magazine in Feinde gejagt und aus unerfindlichen Gründen nicht getroffen oder keinen Schaden angerichtet, was mich ehrlich gesagt frustriert hat. Die letzten beiden Nächte waren in der Hinsicht gänzlich anders.

In dem einen ging ich als eine Art Robin Hood mit meinem verletzten Pferd an der Hand über ein Wiesengelände, bei dem Jäger im Kampf mit Wölfen verwickelt und abgelenkt waren, sich dann aber mir zuwandten. Ich rollte ich mit den Augen, hatte ich aufgrund des Pferdes keine Gelegenheit zu fliehen (Auch wenn es meinte, ich solle es zurücklassen.) und kaum noch Pfeile in meinem Köcher. Üblicherweise wäre das der Moment, wo ich im Traum anfange zu paniken. Gegnerische Übermacht, keine Fluchtmöglichkeit, kaum Ressourcen um etwas entgegen zu setzen, Bedrohnung, Overload, umfallen, aufwachen.

Ich drehe mich im Laufen um, greife einen Pfeil, gehe weiter rückwärts, spanne den Bogen, bleibe stehen und lasse das Geschoss gezielt und prägnant in den Oberkörper des ersten Angreifers sausen. Mannstopper. Alle drei erstarren und ich frage sie, ob sie es wirklich darauf ankommen lassen wollen. Ihre Antwort ist offenbar, der Pfeil nicht tödlich, sondern nur Halteschild gewesen und die drei morphen zu kleinen Jungs, denen ich eine Standpauke halte und sie anschließend sicher in ihr Dorf begleite. Dort angekommen bin ich ebenfalls ein wenig behilflich und gibt es später die Überlegung, mich als Krieger in eine vollgepanzerte Plattenrüstung zu stecken, wovon mir einer der Bewohner allerdings abrät. (Den Grund habe ich vergessen.)

Der Traum der letzten Nacht spielte in der Neuzeit, angefangen als Kommando-Soldat in einem Wald verwandelte sich die Szenerie später in RichtungA-Team. Bahnhof der Universitätsstadt. Wir hatten eine Rebellin an unserer Seite, mit der ich ein kurzes Missverständnis (und sie einen Waffenlauf in ihre Richtung zeigen) hatte. An uns lief ein Mann vorbei, der mir sofort auffiel und etwas auf den Boden fallen ließ, was ich als Bombe identifizierte. Wir versprengten uns umgehend in alle Richtung, um dem Detonationsradius zu entkommen. Keine Explosion.

Es war ein Signalgeber für einen Luftangriff, der den ganzen Bahnhof in Schutt und Asche legen würde. Definitiv panikwürdig. Stattdessen bin ich, mit meinem Scharfschützengewehr in der Hand, hastig und spannungsgeladen die Treppe runter und aus dem Bahnhof gerannt, um Raum gut zu machen. Vor mir, in einiger Entfernung, ein weiterer bevorstehender Niederschlag und darüber hinaus unzählige Fallschirme am Himmel, die gen Boden schweben. Ich habe wahrscheinlich auch hier wieder mit den Augen gerollt, mich umgedreht, bin zum zertrümmerten Bahnhof gerannt, der eigentlich nur leicht beschädigt war (Einen Einschlag habe ich mit keinem meiner Sinne vernommen.), und mich zu meinen Teammitgliedern ins Gefecht geworfen. Zusätzlich waren (schwarz gekleidete) Sicherheitsleute auf unserer Seite, während die Angreifer allesamt weiß gekleidet waren.

Ich war fokussiert und klar, habe den Überblick gehabt, zwischendurch Waffen gewechselt, mich unbewusst mit den anderen abgestimmt, systematisch durch die Gänge des nunmehr Hotels bewegt und die wenige Munition, die ich hatte, zielorientiert eingesetzt. Gott, war ich gut. Casey aus “Chuck” hatte einen Gastauftritt und unerkannterweise von mir drei, vier Pistolenkugeln in den Rücken bekommen, die ihn nicht weiter beeindruckten, war er in geheimer Mission unterwegs. (Gut, er hat mich kurz beschimpft, bevor er hinter einer Stahltür verschwand.)

Am Ende trafen wir uns bei unserem durchlöcherten Auto unweit des Gebäudes und freuten uns, hatten anscheinend alle überlebt.

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“Der Sex letzte Nacht war perfekt.”

— ad-mire.me | Traum|Geschichte

Applaus

Nachdem ich nunmehr weiß, wie ich Domains von fremden Anbietern mit meinem Webserver verbinde und was ich dafür in Datenbanken umändern muss, ich das Phrasing optimiert habe und im Großen und Ganzen mit der Präsentation (für diesen Zweck) zufrieden bin, kann die ganze Geschichte morgen online gehen und ich - zugegebenermaßen - ein wenig stolz auf mich sein. (Applaus für die kleinen Erfolge im Leben.)

Ich bin auf den Zulauf gespannt, werde vor Nervosität innerlich sicherlich sterben, mich konzentriert vorbereiten und anschließend gute und ruhige Gespräche führen. Professional Me betritt nach Jahren der Unsicherheit, Angst und (Er-)Schöpfung endlich die Bühne. Und es wird gut sein. Es ist gut. Und ich freue mich darauf, wie ein kleines Kind.

True Neutral

You do whatever seems like a good idea at the time. You don’t feel any strong inclination towards good vs. evil or law vs. chaos. Some may say that you lack conviction, while others might admire you for your capability of remaining unbiased. You likely prefer good versus evil in society, since good people tend to make better neighbors and rulers, but you are not personally committed to upholding good in any abstract or universal way.
      You are the stereotypical “Balancer.” You act in a way that is natural to you without prejudice or compulsion.

Wenn ich bedenke, dass ich früher lawful good war, vielleicht auch meinte sein zu müssen, passt mir das oben genannte wohl weitaus mehr. Mitunter wäre die ein oder andere böse Entscheidung reizvoller oder unterhaltsamer gewesen, hätte aber nicht meinem Wesen entsprochen. Ebenso wenig wie die selbstaufopfernden Antworten, die ich früher immer gewählt habe.

Ich überlege gerade, welcher Archetyp dazu passt. Keine Ahnung. Die Paladin-Zeiten sind jedenfalls vorbei.

(Quelle: pa.msu.edu)

“Die Eisprinzessin hat mir einst dieses Lied geschickt”, sage ich, nachdem ich nach langer Zeit wieder darüber gestolpert war. Die Sehnen meiner Unterarme ziehen sich zusammen und ich schieße die Anspannung mit zwei Wurfdolchen zur Seite. “Es war gelogen”, seufze und fluche ich in den Raum und bin mir nicht sicher, welche Seite mich mehr trifft. Dass sie mich belogen hat oder dass ich ihr geglaubt und vertraut habe.

Ich drehe mich schrittweise gegen den Uhrzeigersinn im Kreis und schleudere ein Messer nach dem nächsten in die Wand. 180° reichen. Mein Inneres zersplittert und ich zerberste in einem Lichtball, bevor ich zu Boden falle, zur Ruhe komme und einmal tief einatmen kann.

Er gibt mir die Zeit, die ich brauche. Ich bleibe liegen, regeneriere, fließe, atme. Sammele mich selbst zusammen und setze mich nach einer Weile auf. Es ist nicht das erste Mal.

“In gewisser Hinsicht sagt das Jademädchen dasselbe”, schmunzele ich.
“Und das macht dir Angst?”
“Nein”, schüttele ich den Kopf. “Zumindest nicht in dem Ausmaß wie es zu erwarten wäre. Am ehesten noch, dass sie sich in etwas, in mich verrennt und ich ihr nicht geben kann, geben will, was sie verdient.” Ich nippe an meiner Tasse. “Der entscheidende Unterschied, neben einem Gefühl der Verbundenheit, das irgendwie im Raum steht, ist, dass sie ihre eigenen Worte benutzt. Wie weit muss die Eisprinzessin von sich weg gewesen sein”, hauche ich mit einem tief verborgenen Mitgefühl, “dass ihr der Ausdruck nur auf derartigen Wegen möglich war. Zitate. Aus Filmen, Büchern, Musiktiteln. Weil ihr die eigenen Worte gefehlt haben oder sie sie, sie sich nicht zeigen wollte.” Ich seufze. Er schweigt und ist da.

“Weißt du denn schon, was das mit euch wird?”, fragt er seitlich in den Raum.
Ich schüttele den Kopf. “Und es interessiert mich auch nicht. Wir werden uns irgendwann auf einen Kaffee treffen, menschlich berührt sein oder auch nicht, dasitzen und schweigen. Alles darüber hinaus ist sicherlich unterhaltsam auszumalen, aber irrelevant.” Ich schmunzele. “Wobei ich gerade nicht umher komme es zu tun.” Ich nippe an meiner Tasse und es braucht keiner Nachfrage, sondern eher ein “Erzähl’s mir nicht.”, würde er es nicht wissen wollen.

“Am Ende wirst du sie heiraten, oder?”
Ich schüttele den Kopf und weiß, dass er die Eisprinzessin meint. “Maria meinte das zwar auch”, entgegne ich und war einen Blick zuvor derselben Meinung, “aber ist es unwahrscheinlich.” Meine Leben spielen sich vor meinen Augen ab. Wie ich mit dem Jademädchen zusammen komme, wir uns ein, zwei Jahre gegenseitig heilen, auseinandergehen und bleiben. Wie die Eisprinzessin vor unserer Wohnungstür steht und sie die ist, die sich ihrer annimmt. Wie ich sie heirate und mit ihr glücklich bin. Wie wir Kinder kriegen. Ein Dreier mit dem Jademädchen, das lieber “Fire Queen” genannt werden wollen würde, und der Eisprinzessin. Gleichberechtigt und gleichauf. Das Weiterspinnen des Angel A-Strangs, eine Wiederbegegnung mit Prinzessin Amidala auf der Straße, eine sexuelle Verstrickung mit meiner besten Freundin, nichts von alledem… die möglichen Verläufe meines Lebens kollidieren, verschmelzen und verschwimmen vor meinem geistigen Auge zu einem einzigen Bild, dass meine Wimpern flügelschlagartig zu zucken anfangen und ich für einen Moment ohnmächtig werde.

Reset. Alles auf Anfang. Ich nippe an meiner Tasse. “Zu viele Möglichkeiten”, sage ich und erinnere mich daran, wie ich letztens zweien meiner besten Freunde sagte, dass die Eisprinzessin vielleicht nur eine Einschränkung meines Körpers war. Zu viele Frauen, zu viele interessant, verlieb dich unsterblich in die erstbeste und du hast keine Augen mehr für eine andere. Eine Option, die mir gegenwärtig nicht mehr gegeben ist. Die ich mir selbst nicht mehr gebe. Nicht hier und nicht jetzt.

Er nippt an seiner Tasse. “Und, wie gedenkst du damit umzugehen?”
“Indem ich mich immer wieder neu entscheide”, sage ich und bin beeindruckt von der Gewalt dieses Satzes.
“Also könntest du dich auch entscheiden die Eisprinzessin nicht mehr zu lieben.”
“Wenn es sich so anfühlt”, nicke ich und bin gleichzeitig der Überzeugung, dass sich ein derartiges Wohlwollen niemals auflöst. Verändert, möglicherweise, aber niemals vollständig verschwindet. “Und werde ich sie deswegen vermutlich irgendwann aufsuchen”, füge ich hinzu, “um es für mich zu klären. Ohne Nachfrage, ohne Angebot, ohne Vorankündigung. Ich werde in ihre Veranstaltung spazieren, mich still dazusetzen und sie mir ansehen. Bleiben oder gehen.”
“Und dich in jedem Augenblick neu entscheiden.”
“Und mich in jedem Augenblick neu entscheiden, ja.”

| mark

Wochenendbeschäftigung.

Wenn ich auch meine Spielzeit gucke und bedenke, dass ich das Spiel erst seit Freitag Abend spiele (Und noch eine Dämonenjägerin auf Level dreißigirgendwas habe.), würde ich sagen: “Ziemlich effizient.” Mein erwachsener Anteil lacht und schüttelt den Kopf, bin ich die letzten Tage an so ziemlich allen Bedürfnissen eher beiläufig vorbeigegangen. In meinem Posteingang stapeln sich die Nachrichten, so dass ich da morgen früh meinen Spaß haben werde.

Eigentlich sind derartige Spiele absolut sinnlos. Die Story ist belanglos (Ich empfehle “The Witcher”.), es gibt keine Beziehungen zwischen den Charakteren (“Dragon Age” oder die “Mass Effect”-Reihe.) und schlimmer sind nur noch MMORPGs. (Meine effektive Spielzeit bei eben diesen war vergleichsweise moderat.)

Im Grunde kann man mir einen Zettel mit Zahlen hinlegen und ich finde das Optimum. Sieht nicht so schön bunt aus, kommt aber möglicherweise mehr dabei rum. Nicht zuletzt bin ich der Meinung, dass das reale Leben weitaus unterhaltsamer wäre, wenn es einen kontinuierlichen Progressbalken gäbe. Selbst “Die Sims” weisen das auf und gewinnen womöglich daher ihre Faszination. Außer für die Fraktion, die dort Mutter-Vater-Kind spielt oder die sich eine schöne Tapete aussucht.

Ich habe das Wochenende festgestellt, dass ich in meinem nächsten Leben Bauer werde, Landwirt. Schöpfung pur, in gewisser Hinsicht mit Fortschrittsbalken, und im Ergebnis greifbarer als all der geistig geschaffene Müll.

Ab morgen verhalte ich mich wieder erwachsen. (Oder spiele die Sorc auf 60.)