Tonklang
Die Schallwellen aus seinen neuen Boxen zerplatzten auf der Oberfläche seiner Haut und verebbten in den Zellen seines Körpers. Als wäre es ein ungeschriebenes Naturgesetz fing die Erregung an in seinem Körper zu pulsieren und sich nach außen zu tragen.
Er stand auf, schärfte seinen Blick und spannte seinen Arm an. Was würde er dafür geben seiner psychischen Energie Gestalt verleihen zu können. Nur aufgrund seiner Willenskraft Gegenstände an sich heranzuziehen und Hindernisse mit wabernden Druckwellen von sich zu stoßen. Die Manifestation der Gedanken, die Manipulation der Materie nur aufgrund des Geistes.
Er nippte an seiner Tasse. Waren Gefühl und Verstand zu zwei kaltgeschmiedeten Klingen geworden, die er - falls nötig - problemlos in seinen Händen führte und sie mit Leichtigkeit in Seelen gingen. Galt der nächste Schritt der Formung seines Körpers. “Schwerer werden, leichter sein.” hatte er am Tag zuvor gelesen und stand seine physische Zerbrechlichkeit in keinem Verhältnis zu der Macht, die ihm inne wohnte.
Er würde sich selbst zersprengen müssen, um in Göttlichkeit aufzuerstehen. Seinen Körper schleifen, so wie er seinen Geist in Form gebracht hatte. Die Vereinigung zweier Teile, die zueinander gehörten. Würde er im Anschluss daran lautlos durch die Straßen laufen können und doch von allen gehört werden. Innere Ruhe und Ausgeglichenheit in ihm erklingen und er mit kleinsten Gesten Menschen bewegen können. Sie schützen, inspirieren und erheben.
Und falls nötig, er schaute kurz andächtig zu Boden, würde er in einem Wimpernschlag seine Klingen in den Gegenüber fahren lassen können. Wusste er, dass es - dann, wenn er so weit wäre - keine Notwendigkeit mehr geben, sondern er im vollen Einklang mit sich selbst stehen würde.
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von holzundfaden gepostet